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Burgdorf
Sonnabend, 22.06.2019 - 11:30 Uhr

Ausstellung in der KulturWerkStadt: "Burgdorfer Häuser und ihre Geschichten"

Vom 29. Juni bis 18. August:

Das Haus Marktstraße 49 im Jahr 1956.Aufn.:

BURGDORF

Die neue Ausstellung "Burgdorfer Häuser und ihre Geschichten", die von Sonnabend, 29. Juni, bis Sonntag, 18. August, in der KulturWerkStadt, Poststraße 2 in Burgdorf, zu sehen ist, stellt geschichtsträchtige und moderne Gebäude mit originellen Hintergrundgeschichten vor. Der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf präsentieren in diesem Jahr die neunte Folge dieser Ausstellungsreihe seit 1992. Ihr Anliegen ist es, die Geschichte ausgewählter Burgdorfer Häuser lebendig nachzuzeichnen und das Augenmerk auf das reichhaltige Erbe städtischer Baukultur zu richten. Zum Ausstellungsteam gehören Christel Hoffmann-Pilgrim, Heidrun Rickert, Gero von Oettingen, Franz Rothofer, Anke Gehrke und Erika Flocke. Der stellvertretende Bürgermeister Matthias Paul eröffnet die Ausstellung am 29. Juni um 14 Uhr in der KulturWerkStadt. Fördernde Unterstützung leisteten die Region Hannover und die Stadtsparkasse Burgdorf.

 

Zehn Gebäude stehen im Mittelpunkt

Einen bemerkenswerten Bauhintergrund weist das vorgestellte Haus in der Marktstraße 49 auf. Wahrscheinlich nach dem großen Stadtbrand von 1809 entstanden, stellt es als sogenanntes Ackerbürgerhaus ein erhaltenswertes architektonisches Zeitzeugnis dar. Die konkreten Besitzverhältnisse lassen sich erst ab 1891 feststellen. Aus dem 1904 ist ein Bauantrag für die Einrichtung eines - 1942 ausgewechselten - Großbackofens zum Betrieb einer Bäckerei erhalten, die wechselnde Besitzer bis zum Jahr 1956 betrieben. Danach vermietete der Hausbesitzer und Bäckermeister August Drüner die Geschäftsräume an Friedrich Bleckwehl mit der Bedingung, dass der Backofen erhalten werden müsste. Als cleverer Unternehmer weitete Bleckwehl seine Geschäftstätigkeit bald von der Reparatur von Schreib- und Rechenmaschinen auf den Betrieb eines kleinen Kaufhauses aus und unterhielt gleichzeitig die Reparaturwerkstatt. Sein Mitarbeiter Ulrich Schmidt übernahm das Geschäft im Jahr 1972. Nach seinem Tod im Mai 2010 setzte seine Witwe Marlies den Betrieb bis Ende 2017 fort. Darauf folgte eine Phase des Leerstandes, bis im Jahr 2018 neues Leben mit dem Burgdorfer Reisecenter einzog. Bei den vorangehenden Sanierungsarbeiten kam der alte hinter einer Holzwand verborgene Backofen aus dem Jahr 1942 wieder zum Vorschein und hält die Erinnerung an die ehemalige Bestimmung der Geschäftsräume wach.

 

Die einstige Schaltzentrale von Dachtmissen

Früher war das von der Familie Kleine bewohnte Haus Salzstraße 1 in Dachtmissen ein beliebter Anlaufpunkt. In direktem Umfeld der dortigen Mühle befand sich die von der Familie Kleine betriebene Gaststätte "Zur Mühle". Sie galt bis 1974 als Mittelpunkt und politische Schaltzentrale des bis dahin selbständigen Dorfes, da dort der Gemeinderat tagte. Als dessen Vorsitzender fungierte einst der Großvater des jetzigen Bürgermeisters Alfred Baxman. Am 27. Januar 1980 verwüstete ein Brand die gesamte Gaststätte. Die Familie Kleine betrieb die gegenüberliegende Wassermühle vom Jahr 1857 bis zur Aue-Regulierung in den 1960er Jahren.

 

Folgende weitere Gebäude und Anwesen stehen im Fokus der Schau: Blücherstraße 3, Hof Meyer - Worthstraße 9 (Otze), Hof Hogreve - Grüne Allee 18 (Ramlingen), Martin-Luther-Kirche (Ramlinger Straße 25, Ehlershausen), Nachbarschaftstreff am Ostlandring (Ostlandring 33), Nordstraße 3, Seniorenresidenz Anna (Sylter Straße 1) und St. Nikolaus-Kirche (Im Langen Mühlenfeld 19).

 

Als Ausstellungsführer erscheint eine Broschüre, die bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, in der KulturWerkStadt für eine Schutzgebühr von 4 Euro erhältlich ist.

 

Die KulturWerkStadt ist bei freiem Eintritt sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind auch wochentags nach entsprechender Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich, Telefon 05136/1862, möglich.

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