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Montag, 06.05.2019 - 18:50 Uhr

SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch traf sich mit Heimbeirat des Pflegewohnstifts "An der Mühle"

Hanisch (2.von links) traf sich mit dem Heimbeirat des Pflegewohnstifts "An der Mühle".Aufn.:

HäNIGSEN

"Wir haben unsere Pflegesätze im Januar diesen Jahres erhöhen müssen, um unseren Angestellten Tariflohn zu zahlen und ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben. Dadurch ist der Eigenanteil, den die Bewohner selbst tragen müssen, gestiegen, da die Zuzahlung der Pflegekassen immer gleich bleibt. Da die Bewohner und ihre Angehörigen für die Mehr-Kosten herangezogen werden, hat dies zu Unmut geführt", erklärt Mirko Boger, Heimleiter des Pflegewohnstifts "An der Mühle" in Hänigsen der SPD-Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch.

 

Auf Bogers Anfrage hin traf sich Hanisch mit dem Heimleiter, der Pflegedienstleiterin Christine Siewert sowie dem Heimbeirat, der sich aus drei Bewohnerinnen und zwei Angehörigen zusammensetzt. "Wir haben schon einen gehörigen Schreck bekommen, als wir von der Erhöhung erfahren haben", sagt die Angehörige Bärbel Skuluda im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten. Hanisch äußerte ihr vollstes Verständnis dafür und erklärte den Anwesenden, dass der SPD-Bundesvorstand Anfang April den Beschluss gefasst hätte, den Eigenanteil der Pflegebedürftigen zu begrenzen. "Dieser Beschluss muss jetzt noch in der großen Koalition auf Bundesebene durchgesetzt werden", so Hanisch.

 

Auch auf das Thema Fachkräftemangel kam die Runde zu sprechen. "Noch ist der Fachkräftemangel nicht bei uns angekommen, weil wir uns um sehr gute Arbeitsbedingungen für unsere Angestellten bemühen", sagte Boger. Derzeitig arbeiten rund 70 Mitarbeiter im Pflegewohnstift "An der Mühle" und betreuen 86 Bewohnerinnen und Bewohner. "Aber sicherlich könnte den Altenpflegerinnen und -pflegern wieder mehr Luft verschafft werden, wenn man die Möglichkeiten der Digitalisierung und Telemedizin noch besser nutzen könnte", so Boger. Dem konnte Hanisch nur zustimmen und ergänzte: "Die Beziehungsarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ist im Beruf des Altenpflegers von entscheidender Bedeutung. Denn nur wenn ein Pflegender Zeit hat sich mit den Bewohnern auch abseits der reinen Pflegearbeit zu beschäftigen, entsteht eine Beziehung, die sehr wertvoll für den gegenseitigen Respekt in der Pflege ist."

 

Hanisch spricht sich dafür aus, dass die Pflegeversicherung wie die Krankenversicherung steuerlich bezuschusst wird, der Eigenanteil der Pflegebedürftigen gedeckelt wird und Angehörige der Pflegebedürftigen erst ab einem Einkommen von mehr als 100.000 Euro belastet werden dürfen. "Es ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis, dass sich Menschen in Pflegeeinrichtungen aus finanziellen Gründen Gedanken über ihr Lebensende machen", so Hanisch. Dem stimmte auch der Heimbeirat zu und will sich in der öffentlichen Wahrnehmung für die Forderungen stark machen.

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