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Region Hannover
Donnerstag, 07.03.2019 - 18:12 Uhr

Polizeiliche Kriminalstatistik: Niedrigste Fallzahlen seit dem Jahr 2000

Aufn.:

REGION

Niedrigste Fallzahlen seit dem Jahr 2000, eine leicht gestiegene Aufklärungsquote sowie ein Rückgang bei den Eigentumsdelikten - diese wesentlichen Zahlen der bearbeiteten Straftaten in der Region Hannover hat Polizeipräsident Volker Kluwe am heutigen Donnerstag, 7. März 2019, vorgestellt. "Zurückgehende Zahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche und des schweren Diebstahls an und aus Kraftfahrzeugen sowie ein Rückgang der Straßenkriminalität sind eine sehr erfreuliche Entwicklung und auch ein Ergebnis der engagierten Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betont der Behördenleiter.

 

Gesamtzahl der Straftaten

Im Jahr 2017 registrierte die Polizeidirektion Hannover in der Landeshauptstadt Hannover sowie im Umland noch 114.685 Straftaten. Im vergangenen Jahr waren es 105.931, was einen Rückgang um 7,63 Prozent (minus 8.754) und zeitgleich den niedrigsten Wert seit der Jahrtausendwende bedeutet. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 flossen 125.812 Straftaten in die Statistik ein.

 

Wurden 2018 auf dem Gebiet der Landeshauptstadt 70.212 Ermittlungsverfahren (2017: 77.886) von der Polizei Hannover abschließend bearbeitet, so waren es in den Umlandgemeinden 35.719 (2017: 36.799). Der signifikanteste Rückgang von 2017 auf 2018 lässt sich somit im Stadtgebiet von Hannover beobachten.

 

Besondere Fallzahlenanstiege verzeichnet die Behörde bei den Sexualdelikten um 247 Fälle (plus 31,42 Prozent) auf 1.033 Taten. Hervorzuheben ist die positive Entwicklung bei den Eigentumsdelikten (minus 10,19 Prozent) und dabei im Besonderen der Rückgang bei Wohnungseinbrüchen um 629 (minus 21,55 Prozent) auf 2.290 sowie beim schweren Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen um 643 (minus 18,65 Prozent) auf 2.804 Ermittlungsvorgänge.

 

Aufklärungsquote

Mit einem Anstieg um 1,03 Prozent ist bei der Gesamtaufklärungsquote der Polizeidirektion Hannover ein weiterhin positiver Trend zu beobachten. Der Wert bewegt sich mit nun 63,40 Prozent leicht über dem Landesdurchschnitt (62,81 Prozent). Damit handelt es sich um die zweithöchste Aufklärungsquote der vergangenen 20 Jahre - 2010 lag sie bei 63,56 Prozent.

 

Im vergangenen Jahr konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hannoverschen Behörde 67.162 von 105.931 Straftaten aufklären. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 71.532 von 114.685 Taten gewesen.

 

Bereinigt um die Delikte Erschleichen von Leistungen und Ladendiebstahl - bei diesen wird in der Regel ein Tatverdächtiger bei der Anzeigenaufnahme angetroffen - setzt sich der positive Trend bei der Aufklärungsquote fort. Diese lag 2018 bei 58,29 Prozent (2017: 56,51 Prozent). Klammert man zusätzlich Straftaten nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz bei der statistischen Betrachtung aus, so ergibt sich für das Jahr 2018 eine "bereinigte Aufklärungsquote" von 57,14 Prozent (2017: 55,03 Prozent).

 

Tötungsdelikte

Bei den Kapitaldelikten (Mord und Totschlag) ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 14 auf nun 60 Taten feststellbar. 2018 fanden 52 Versuche (13 Mordversuche) und acht vollendete Taten (davon vier Morde) Einzug in die Kriminalstatistik. Im Vorjahr registrierte die Polizeidirektion Hannover 38 versuchte und acht vollendete Tötungsdelikte. Die Aufklärungsquote lag bei diesen Delikten im Jahr 2018 bei 90,91 Prozent (2017: 92,06 Prozent).

 

Tatmittel Stichwaffe

Nachdem in der Zwischenzeit die technischen Voraussetzungen geschaffen worden sind, können von der Polizeidirektion Hannover für die vergangenen beiden Jahre erstmalig Zahlen zum "Tatmittel Stichwaffe" veröffentlicht werden. Wurde im Jahr 2017 bei den 46 vorsätzlichen Tötungsdelikten in 18 Fällen (39,13 Prozent) das "Tatmittel Stichwaffe" vermerkt, so war es im vergangenen Jahr bei 26 von 60 Delikten der Fall (43,33 Prozent). Deutlich geringere Prozentsätze in Bezug auf das "Tatmittel Stichwaffe" registrierte die hannoversche Polizei bei den Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit - darunter fallen unter anderem neben Körperverletzungen auch Raubtaten sowie Bedrohungen - mit 3,89 Prozent im Jahr 2017 und 3,67 Prozent im vergangenen Jahr. Bei allen erfassten Straftaten der Polizei Hannover belaufen sich die Werte auf 0,82 (2017) beziehungsweise 0,83 (2018) Prozent.

 

Sexualdelikte

Der Deliktsbereich Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung präsentiert sich im zweiten Jahr in Folge mit steigenden Zahlen und beläuft sich nun auf insgesamt 1.033 Ermittlungsverfahren (2017: 786). Damit bewegen sich die Zahlen auf dem Niveau aus dem Jahr 2000 (1.038 Fälle), die in der Folgezeit teilweise starken Schwankungen nach oben sowie unten ausgesetzt waren. Die Steigerung im vergangen Jahr verläuft, bis auf den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen von elf auf sieben Verfahren, quer durch alle Deliktsfelder. Die Zahlen im Detail: Vergewaltigung und sexuelle Nötigung erhöhte sich von 192 Fälle auf 266 (plus 74), die der sexuellen Belästigung (§ 184i StGB) von 202 auf 256 (plus 54) und der sexuelle Missbrauch von Kindern von 111 auf 181 (plus 70). Weitere Steigerungen sind bei der exhibitionistischen Handlung mit 101 Verfahren auf 131 (plus 30) und der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse von 162 auf 180 (plus 18) zu beobachten. Darunter registrierte die Polizeidirektion Hannover im Jahr 2017 114 und im Folgejahr 124 Fälle (plus 10) von Kinderpornografie. Gestiegen ist die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld um 2,72 Prozent auf nun 83,64 Prozent.

 

"Der erneute Anstieg der registrierten Sexualstraftaten ist sehr unerfreulich. Dennoch lässt sich anhand der steigenden Zahlen möglicherweise ein positiver Effekt der im Oktober 2017 aufkommenden #MeToo-Bewegung und damit einhergehend eine steigende Anzeigebereitschaft der Opfer beobachten. Dies würde eine Aufhellung des bei diesen Delikten stark ausgeprägten Dunkelfelds bedeuten", erläutert Polizeipräsident Volker Kluwe.

 

Raub

Im vergangenen Jahr hat die hannoversche Polizei 729 Raubdelikte bearbeitet. Dies bedeutet elf Fälle beziehungsweise 1,49 Prozent weniger. Dabei ist die Aufklärungsquote geringfügig zurückgegangen (2017: 60,27 Prozent / 2018: 58,57 Prozent). Sie beläuft sich aber immer noch auf dem zweithöchsten Wert der jüngsten fünf Jahre. Bei einer detaillierten Betrachtung fallen folgende Werte auf: Die Zahlen der Raubüberfälle in Wohnungen und der Handtaschenraube sind auf 46 (plus 14) beziehungsweise 30 (plus eins) gestiegen. Leicht rückläufig hingegen sind die Zahlen bei Raubüberfällen auf Kraftfahrer mit drei (minus fünf) und im Deliktsfeld Straßenraub mit 266 (minus drei). Bei Raubtaten auf Zahlstellen, Geschäfte und Geldinstitute ist eine deutlich erfreuliche Entwicklung mit einem Rückgang auf nun 53 Taten (minus 16) zu beobachten. Dabei wurde im vergangenen Jahr kein einziger Überfall auf Bank- beziehungsweise Postfilialen statistisch erfasst (2017: sechs).

 

Körperverletzungsdelikte

In diesem Deliktsspektrum haben sich die Fallzahlen um 294 auf 10.804 Taten (minus 2,65 Prozent) reduziert, was nach 2017 einen erneuten Rückgang bedeutet. Besonders erfreulich ist, dass nicht nur weniger Ermittlungsvorgänge mit vorsätzlichen, leichten Körperverletzungen an die Staatsanwaltschaften abgegeben worden sind, sondern auch die Anzahl der qualifizierten Rohheitsdelikte (gefährliche und schwere Körperverletzung) rückläufig ist. Die Zahlen im Einzelnen: 2018 sind 7.747 (minus 232) leichte und 2.503 (minus 138) gefährliche/schwere Körperverletzungen in der Kriminalstatistik erfasst worden. Leicht gesunken ist auch die Aufklärungsquote auf 88,41 Prozent (2017: 89,17 Prozent).

 

Diebstahl

Ein erfreulicher Trend zeigt sich auch bei der Eigentumskriminalität mit einem deutlichen Rückgang der Fallzahlen um 4.238 auf 37.333 Delikte (minus 10,19 Prozent). Noch 1999 registrierte die Polizei Hannover etwa 20.000 Straftaten mehr in diesem Bereich (58.536). Die positive Entwicklung zieht sich nahezu durch alle Eigentumsdelikte. So sind die einfachen Diebstähle um 6,72 Prozent (minus 1.449 Fälle) auf 20.123 und die schweren Diebstähle sogar um 13,95 Prozent (minus 2.789 Fälle) auf 17.210 gesunken. Besonders hervorzuheben sind dabei die rückläufigen Zahlen beim einfachen Taschendiebstahl um 460 Taten auf nun 1.441 (minus 24,20 Prozent) sowie beim schweren Fahrraddiebstahl um 327 Taten auf nun 4.799 (minus 6,38 Prozent). Gestiegen sind hingegen die an die Staatsanwaltschaften abgegebenen Verfahren des schweren Ladendiebstahls - dabei hatte der Täter beispielsweise eine Waffe mitgeführt - um 103 auf 885 (plus 13,17 Prozent).

 

Im Kfz-Bereich zeigt sich eine zweigeteilte Entwicklung: Deutlich zurückgehende Zahlen beim schweren Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen um 643 Fälle auf 2.804 (minus 18,65 Prozent) stehen einem Anstieg bei den sogenannten "Komplettentwendungen" um 62 Fälle auf 644 (plus 10,65 Prozent) entgegen. Im Langzeitvergleich bewegen sich die Zahlen damit jedoch auf einem niedrigen Niveau. Erfreulicherweise ist die Quote der aufgeklärten Verfahren auf 15,12 Prozent (plus 4,21) beziehungsweise 37,89 Prozent (plus 4,90) gestiegen.

 

Die Zahlen des Wohnungseinbruchdiebstahls präsentieren sich behördenweit mit einem deutlichen Rückgang um 21,55 Prozent. Flossen 2017 noch 2.919 Einbrüche in die Kriminalstatistik ein, so waren es im vergangenen Jahr 2.290 (minus 629 Taten). Damit ist es in der Polizeidirektion Hannover zu einem stärkeren Rückgang der Fallzahlen gekommen als im restlichen Niedersachsen (landesweit minus 17,60 Prozent). Leicht gestiegen ist die Aufklärungsquote von 18,33 Prozent auf nun 21,14 Prozent. Kam es 2017 in der Landeshauptstadt - im Gegensatz zu den Umlandgemeinden - noch zu steigenden Einbruchzahlen, so ist der positive Trend 2018 nahezu identisch in beiden Gebieten zu beobachten. Die Zahl der angezeigten Delikte, in denen die Täter im Versuchsstadium aufgeben mussten, ist in der gesamten Polizeidirektion Hannover von 41,28 auf 43,97 Prozent angestiegen und beläuft sich 2018 auf 1.007 Taten. Zu den 2.290 bearbeiteten Fällen 2018 konnten insgesamt 285 Tatverdächtige ermittelt werden, davon 177 nichtdeutsche, was einem prozentualen Anteil von 62,11 entspricht. Im Vergleich dazu wurden 2017 zu 2.919 Einbrüchen 307 Verdächtige ermittelt, darunter 174 nichtdeutsche (56,68 Prozent).

 

"Trotz erfreulicherweise signifikant sinkender Einbruchzahlen bei parallel steigender Aufklärungsquote werden wir unsere Anstrengungen, auch unter Ausnutzung digitaler Systeme wie beispielsweise 'PreMap', in diesem Deliktsbereich auch in Zukunft nicht zurückfahren. Uns ist sehr bewusst, dass jeder einzelne Wohnungseinbruchdiebstahl einen intensiven Eingriff in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger bedeutet. Weiterhin setzen wir darauf, dass die Einwohnerinnen und Einwohner der Region Hannover unser Angebot der 'Technischen Prävention' nutzen und dadurch ihr Eigentum bestmöglich gegen Einbrüche sichern - dieser Trend zeigt sich in dem seit Jahren steigenden Versuchsanteil", resümiert Volker Kluwe.

 

Seit mehreren Jahren beschäftigt sich die Ermittlungsgruppe Trick des Zentralen Kriminaldienstes ausschließlich mit Verfahren, in denen die Tatverdächtigen trickreich vorgehen, so beispielsweise dem Enkeltrick und Diebstählen falscher Polizeibeamter. Nun können erstmals Fallzahlen des Phänomens veröffentlicht werden: Fielen 2017 noch 878 Verfahren, davon 105 Mal Enkeltrick/Schockanrufe und 569 Fälle von Trickdiebstählen (teilweise durch falsche Polizeibeamte), in den Arbeitsbereich der Ermittlungsgruppe, so waren es im vergangenen Jahr 680, davon 50 Mal Enkeltrick und 453 Trickdiebstähle. Die Täter verursachten dadurch im Jahr 2017 einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro. Im Folgejahr erhöhte sich die Summe, trotz zurückgehender Taten, auf circa 1,9 Millionen Euro.

 

"Besonders verwerflich finde ich bei der Tatbegehung der falschen Polizeibeamten, dass sie das hohe Vertrauen der Gesellschaft in unseren Berufsstand ausnutzen, um so trickreich an das Vermögen der vornehmlich älteren Menschen zu gelangen. Hier haben wir in den vergangenen Wochen mit präventiven Aktionstagen gegengewirkt und werden dies auch weiterhin tun", sagt der Polizeipräsident.

 

Betrug

Bei den Betrugsdelikten ist im zweiten Jahr in Folge ein Rückgang der Fallzahlen zu beobachten. Wurden 2017 noch 26.901 Verfahren abschließend bearbeitet, verringerte sich die Zahl im vergangenen Jahr auf 21.994 (minus 18,24 Prozent). Dieser Trend zieht sich bis auf die Ausnahme des Bankrotts mit 87 Taten (plus 30) durch alle Deliktsfelder und ist am deutlichsten beim sogenannten Schwarzfahren mit 7.024 Fällen (minus 2.686) zu beobachten. Bei den sonstigen Betrugsarten beläuft sich der Rückgang um 1.122 auf nun 3.948 Taten und bei dem Waren- und Warenkreditbetrug um minus 861 auf 4.424 Taten. Die Aufklärungsquote in diesem Phänomenbereich bewegt sich 2018 mit 83,53 Prozent (minus 1,23 Prozent) auf einem ähnlichen Niveau wie 2017. Damit liegt sie weiterhin über dem Landestrend (76,90 Prozent).

 

Rauschgiftkriminalität

Im vergangenen Jahr sind im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover 7.477 Rauschgiftdelikte bearbeitet worden und damit 625 mehr als 2017. Wie bereits im Vorjahr ist es auch 2018 im Bereich der allgemeinen Verstöße zum größten Anstieg der Fallzahlen (plus 536 auf 5.942) gekommen. Die Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit qualifizierten Rauschgiftdelikten - darunter fallen u.a. der illegale Handel und die illegale Einfuhr von Betäubungsmitteln - haben um 89 zugenommen und belaufen sich nun auf 1.535 Vorgänge. 2018 sind zwölf Drogenabhängige infolge ihres Konsums in der Region Hannover verstorben (2017:12).

 

Polizeibeamte und Rettungskräfte als Opfer von Straftaten

2018 hat die hannoversche Behörde insgesamt 694 Ermittlungsvorgänge mit der Opfereigenschaft Polizeibeamte erfasst. Das bedeutet, dass bei jedem der Vorgänge mindestens eine Beamtin oder ein Beamter Opfer einer Straftat geworden ist. Damit ist eine leichte Steigerung der Fallzahlen um 23 Fälle (plus 3,43 Prozent) im Vergleich zum Jahr 2017 zu beobachten. Bei einer genaueren Betrachtung fällt auf, dass analog zu einem deutlichen Anstieg der Widerstandsverfahren um 270 auf nun 582 (plus 86,54 Prozent), ein Rückgang der einfachen Körperverletzungen um 252 auf 16 Verfahren (minus 94,03 Prozent) vorliegt. Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen ist mit 43 nahezu identisch zum Vorjahr (44) geblieben. Die starken Veränderungen bei den Widerständen sowie der einfachen Körperverletzung beruht in Großteilen auf einer im Mai 2017 erfolgten Strafrechtsreform. Seit diesem Zeitpunkt findet bei Vorliegen einer Widerstandshandlung in Tateinheit mit einer einfachen Körperverletzung nur noch der Widerstand Beachtung in der Kriminalstatistik.

 

Auch bei der Gewalt gegen Angehörige anderer "Blaulichtorganisationen" ist eine Steigerung der Fälle festzustellen. Die Zahl der registrierten Ermittlungsverfahren, bei denen mindestens eine Rettungskraft Opfer einer Straftat geworden ist, erhöhte sich seit 2017 von 44 auf nun 53. Dies bedeutet eine prozentuale Steigerung um 20,45 Prozent.

 

"Mit Sorge blicke ich auf die steigenden Zahlen bei der Gewalt gegen Polizeibeamte und andere Rettungskräfte. Diese Entwicklung betrachten wir fortlaufend und passen unsere Konzepte entsprechend an. Die Polizeidirektion Hannover versucht, mit Aus- und Fortbildungsveranstaltungen, einer modernen Ausrüstung sowie Erkenntnissen aus der Forschung im Idealfall gewalttätige Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dennoch: Es ist uns ein Anliegen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter psychisch und physisch bestmöglich auf derartige Szenarien vorzubereiten", betont Savas Gel, Dezernatsleiter für Prävention und Kriminalitätsbekämpfung.

 

Straßenkriminalität

Unter dem Begriff "Straßenkriminalität" werden alle Straftaten erfasst, die vornehmlich im öffentlichen Raum stattfinden und das Sicherheitsempfinden der Menschen nachhaltig beeinflussen. Seit 2015, mit 24.825 Delikten, sanken die Zahlen in den vergangenen drei Jahren auf nun 20.405 Ermittlungsvorgänge. Zeitgleich erhöhte sich die Aufklärungsquote von 19,93 Prozent (2015) auf nun 23,01 Prozent. Die deutlichsten Rückgänge verzeichnete die Behörde im Vergleich der Jahre 2017/2018 in den Deliktsfeldern einfacher und schwerer Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen auf 4.444 (minus 770 Fälle), einfacher Taschendiebstahl auf 1.441 (minus 460 Fälle), schwerer Fahrraddiebstahl auf 4.799 (minus 327) sowie Sachbeschädigung auf 2.319 (minus 127 Fälle).

 

Straftaten unter Alkoholeinfluss

Bei den im Jahr 2018 registrierten Gesamtstraftaten (105.931) standen in 8.185 Fällen die Täter zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss alkoholischer Getränke. Prozentual ausgedrückt bedeutet dies einen Wert von 7,73 Prozent. Damit stagniert die Anzahl der "Straftaten unter Alkoholeinfluss" auf einem nahezu gleichbleibendem Niveau wie 2017 (7,67 Prozent). Ein positiveres Bild zeigt sich bei den minderjährigen Tatverdächtigen: Standen 2017 in 371 Fällen die Protagonisten unter Alkoholeinfluss, war dies 2018 nur noch bei 282 Personen der Fall.

 

Betrachtet man Deliktsbereiche wie "Körperverletzungen" und "Häusliche Gewalt", so liegt der Anteil der alkoholisierten Täter bei 26,68 beziehungsweise 23,58 Prozent (2017: 28,79 und 23,45 Prozent).

 

Kriminalität im Flüchtlingskontext

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover sind 2018 insgesamt 8.442 Ermittlungsvorgänge in diesem Kontext abschließend bearbeitet worden (6.105 ohne ausländerrechtliche Verstöße), was einen Rückgang um 884 Taten (130 ohne ausländerrechtliche Verstöße) bedeutet. Neben rückläufigen Zahlen bei Aufenthalts- und Asylverstößen auf 2.337 (minus 754) lässt sich das Ergebnis auf zurückgehende Ermittlungsvorgänge beim Erschleichen von Leistungen auf 890 (minus 158) sowie dem Waren- und Warenkreditbetrug auf 112 (minus 153) zurückführen. Geringfügig steigende Fallzahlen verzeichnet die Behörde jedoch beim einfachen Ladendiebstahl auf 663 (plus 75), den Rohheitsdelikten auf 1.215 (plus 37) sowie den Sexualdelikten auf 103 (plus 12).

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