Sehnde
Mittwoch, 09.01.2019 - 17:26 Uhr

Pilotphase für neues Konzept zur nachschulischen Betreuung in Höver

HöVER

Die nachschulische Betreuung in der Stadt Sehnde auf nachhaltige Beine zu stellen, das war der Wunsch der Politik und auch der Stadtverwaltung. Hintergrund dieses Beschlusses ist es, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Hortplätze nahezu jährlich nicht mehr den Anmeldezahlen entspricht und somit regelmäßig meist sehr kurzfristig ad hoc neue Hortplätze geschaffen werden mussten. Dies führe dazu, dass auch die Räumlichkeiten für den steigenden Bedarf zukünftig nicht mehr gegeben sein werden. Durch die Entwicklung von Grundschulen zu Ganztagsschulen zeige sich zudem die Tendenz von Parallelstrukturen, das heißt es gebe derzeit in der Trägerschaft der Stadt Sehnde sowohl Ganztagsschulen mit einem entsprechenden Angebot als auch Hortplätze. Auch die Elternschaft formulierte das Anliegen, eine Flexibilität in der Betreuung zu ermöglichen und zukünftig eine höhere Abdeckung der Betreuungszeiten anzubieten.

 

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von Politik und Verwaltung, Grundschulen, Hort und Elternschaft, nahm daher Ende 2017 unter professioneller Prozessbegleitung die Arbeit zur Entwicklung eines nachschulischen Betreuungskonzeptes für die Stadt Sehnde auf. Der Prozess wurde extern durch "BeTa - Die Beratungs- & Trainingsakademie" begleitet und koordiniert.

 

Die Wahl des Pilotstandortes zur Erprobung des Konzepts ist auf den Standort der Grundschule Höver gefallen. Die Grundschule Höver ist bereits Ganztagsschule und vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der dortigen Schülerzahlen würde sich ab 2019 das bisherige Hortangebot nicht aufrechterhalten lassen. Hier bestehe daher akuter Handlungsbedarf, so die Sehnder Stadtverwaltung. Das Konzept kann ausschließlich an Ganztagsgrundschulen umgesetzt werden und soll zum zweiten Halbjahr des laufenden Schuljahres 2018/2019 (4. Februar 2019) starten. In diesem Zusammenhang wird die derzeitige Hortbetreuung an der Grundschule Höver in das neue Konzept überführt. Die derzeitigen Hortmitarbeiterinnen werden weiterhin in der nachschulischen Betreuung am Standort Grundschule Höver arbeiten.

 

Zukünftig stehen den Familien drei Betreuungsmodule zur Verfügung. So haben die Eltern die Wahl zwischen einer voll umfänglichen Betreuung im Anschluss an die Ganztagsgrundschule täglich bis 17 Uhr, einer 17 Uhr Betreuung an vier Tagen die Woche (Montag bis Donnerstag) oder einer Betreuung am Freitag nach Schulschluss bis 17 Uhr. In allen Schulferien wird eine Ferienbetreuung für alle Schülerinnen und Schüler angeboten, die wochenweise gebucht werden kann. Hiervon ausgenommen sind die üblichen Schließtage und -zeiten der städtischen Kindertagesstätten.

 

Für die Eltern bedeutet das Konzept neben einer höheren Flexibilisierung auch eine finanzielle Entlastung der Familien, die bisher die Hortbetreuung an Anspruch genommen haben. So ist das Betreuungsmodell 2 mit neun Wochen Ferienbetreuung von den Betreuungszeiten gleichwertig zum bisherigen Hortangebot und werde die Eltern zukünftig jährlich 570 Euro weniger Betreuungsgebühren kosten (exklusive Essensgeld).

 

Durch die Überführung des bisherigen Hortangebotes in das nachschulische Betreuungskonzept entstehen Mindereinnahmen bei der Stadt Sehnde. So sind die Gebühren für die nachschulische Betreuung geringer, als die bisherigen Hortgebühren. Auf eine Hortgruppe (20 Betreuungsplätze) gerechnet bedeutet dies geringere Aufwendungen in Höhe von 11.000 Euro, sollten alle 20 Kinder die Komplettbetreuung nach dem neuen Konzept in der Schulzeit (täglich bis 17 Uhr) und die Ferienbetreuung in allen angebotenen Ferienwochen buchen.

 

Weiterhin verzichtet die Stadt Sehnde zukünftig zugunsten des Konzeptes auf den Personalkostenzuschuss des Landes in Höhe von etwa 10.000 Euro.

 

Nach Abschluss der Pilotphase an der Grundschule Höver erfolgt eine Evaluation des Konzepts. Die Evaluation ist fester Bestandteil des Konzepts und werde ebenfalls, wie auch schon die Erarbeitung des Konzepts, extern begleitet. In diesem Zusammenhang solle dann auch eine Ausweitung des Konzepts auf weitere Ganztagsgrundschulorte in Sehnde geprüft werden.

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