Burgdorf
Donnerstag, 08.11.2018 - 20:10 Uhr

Gastvortrag mit Moritz Freiherr Knigge auf dem 15. Burgdorfer Wirtschaftsforum

Im gegenseitigen Umgang den eigenen "Heiligenschein" abschalten

Moritz Freiherr Knigge referiert über den Erfolgsfaktor Wertschätzung.Aufn.: Joachim Lührs

BURGDORF

"Kurz vor dem Ende des Themenjahres 'Burgdorf - klingt gut' blicken wir auf eines der erfolgreichsten Jahre in der Vereinsgeschichte zurück", resümierte der Stadtmarketing-Vorsitzende Markus Wzietek zum Auftakt des Burgdorfer Wirtschaftsforums. Rund 250 Gäste nahmen an der 15. Auflage der renommierten Veranstaltung im StadtHaus Burgdorf teil

 

"Als Höhepunkt ragte das Open-Air-Konzert mit Max Giesinger und Lea auf dem Schützenplatz heraus, das tausende Besucher aus vielen Deutschlands anzog", unterstrich der Vorsitzende, der allen beteiligten ehrenamtlichen Helfern - insbesondere aus dem VVV - noch einmal für das gemeinsame Engagement dankte. Neben den schon traditionellen Burgdorfer Lichtwochen, deren 13. Auflage am 30. November startet, kündigte er eine Premiere zum Beginn des neuen Jahres an: Beim Neujahrskonzert am 5. Januar steht erstmals die BRASS BAND BERLIN im Mittelpunkt, die ein Programm mit einer Mischung aus Classic, Jazz und Comedy präsentiert.

 

Erfolgsfaktor Wertschätzung

Im Mittelpunkt des Abends stand der Gastvortrag von Moritz Freiherr Knigge, der die Aufmerksamkeit auf den Erfolgsfaktor Wertschätzung und seine Bedeutung für die Unternehmenskultur richtete. Zunächst klärte der gelernte Verkaufskaufmann und studierte Betriebswirt seine Zuhörer darüber auf, dass das von seinem berühmten Vorfahr Adolph Freiherr Knigge 1788 verfasste Buch "Über den Umgang mit Menschen" zu Unrecht als erster deutscher Benimmratgeber gilt. In dem Werk seien keinesfalls die Grundregeln für gutes und höfliches Benehmen aufgestellt worden, als deren Urheber ihn die meisten Menschen heute fälschlicherweise wahrnehmen.

 

105 Milliarden Euro Schaden

Nach diesem kurzen Exkurs verwies Knigge darauf, dass ein bekanntes Marktforschungsinstitut zu der Einschätzung gekommen sei, dass der deutschen Wirtschaft durch eine mangelhafte Umgangskultur ein jährlicher Schaden in Höhe von rund 105 Milliarden Euro entstehen würde. Er verwies auf einige grundsätzliche Prinzipien im gegenseitigen Miteinander, die als Basis für die Kommunikation und die Wertschätzung von anderen Menschen unbedingt eingehalten werden sollten. Im Hinblick auf Unternehmen gehöre dazu ein höflicher Umgang mit Kollegen und Mitarbeitern, die eine respektvolle Begrüßung unabhängig von irgendwelchen Sympathiewerten verdienten. Jeder Mensch müsse sich zuerst an die eigene Nase fassen und versuchen, den eigenen "Heiligenschein" abzuschalten, der ein Fehlverhalten immer nur bei anderen Menschen wahrnimmt. Zudem gelte es, zu einer Haltung der inneren Gelassenheit zu gelangen, um die Kommunikation mit dem Gegenüber so unbefangen wie möglich zu gestalten.

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