Burgdorf
Donnerstag, 13.09.2018 - 18:21 Uhr

"Miteinander über Landwirtschaft sprechen - anstatt übereinander zu reden"

Matthias Paul, Dr. Holger Hennies und Thordies Hanisch (von links).Aufn.:

BURGDORF

Unter dem Motto "Miteinander über Landwirtschaft sprechen - anstatt übereinander zu reden"stand die Diskussionsrunde mit Thordies Hanisch und Dr. Holger Hennies auf dem "Roten Sofa" im Jürgen-Rodehorst-Haus in Burgdorf am vergangenen Montag.

 

Unter dem Titel "Landwirte im Spagat - zwischen Wunsch und Wirklichkeit" diskutierten Thordies Hanisch (Mitglied des Niedersächsischen Landtags, unter anderem im Landwirtschaftsausschuss) und Dr. Holger Hennies (Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolks) im Jürgen-Rodehorst-Haus der Burgdorfer SPD. Ein Thema, das sehr großes Interesse hervorgerufen hat. Die Veranstalter freuten sich über etwa 50 zuhörende und mitdiskutierende Gäste. Eine zentrale Frage war, unter welchem wirtschaftlichen Druck Landwirte heute für den Lebensmittelmarkt produzieren - während auf der anderen Seite die Verbraucher eine hohe Qualität erwarten.

 

Dr. Hennies erläuterte am Beispiel der Düngeverordnung, wie die konkrete Arbeit aussieht: Auf der einen Seite ist das Ziel, nur so viel Dünger auszubringen, wie tatsächlich benötigt wird, vernünftig. Auf der anderen Seite erfordern die Bürokratie und die Qualitätssicherung sehr viel Arbeitszeit und Aufmerksamkeit. Es geht darum, dass auch kleinere Betriebe Überlebenschancen haben - was aber zunehmend schwierig wird.

 

"Die Politik hat die Verantwortung Verbraucherinteressen mit den wirtschaftlichen Belangen der Landwirte und dem Naturschutz in Einklang zu bringen. Deswegen kümmern wir uns darum, die Rahmenbedingungen für eine gute Landwirtschaft zu schaffen," betonte die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch und fügte hinzu: "Der wirtschaftliche Druck gerade im Bereich mittlerer und kleiner Höfe führt seit Jahren zu Betriebsschließungen. Im Landtag wird aktuell die Forderung landwirtschaftliche Direktvermarktung zu unterstützen diskutiert, um diesem Druck etwas entgegenzusetzen."

 

Der Moderator des Abends, der SPD-Bürgermeisterkandidat Matthias Paul, zog Bilanz: "Natürlich können an einem solchen Abend nicht alle Fragen erschöpfend behandelt werden. Aber ich denke, das Verständnis für die Situation der Landwirte ist durch den Abend gewachsen - und wir sind mit der Frage herausgegangen, ob es nicht doch durch unsere Macht als Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Möglichkeiten gibt, eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion durch unser Einkaufsverhalten zu fördern."

 

Der Diskussionsabend war der Auftakt für weitere Abende auf dem roten Sofa - am Dienstag, 23. Oktober, 19 Uhr ist der Regionsabgeordnete Rudolf Alker, SPD, und der Verkehrsexperte der SPD-Regionsfraktion Detlev Herzig, zu Gast: "Burgdorf ganz nah draußen - Nahverkehr und Wohnen" werden die Stichworte für den Abend sein. "Damit nehmen wir ein weiteres Thema auf, dass für uns vor Ort ganz konkrete Relevanz hat", sagte Matthias Paul.

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