Burgwedel
Sonnabend, 13.01.2018 - 12:43 Uhr

Kunstfahrt nach Bonn zur Bundeskunsthalle

"Bestandsaufnahme Gurlitt Der NS-Kunstraub und seine Folgen"

Aufn.:

BURGWEDEL/ISERNHAGEN

Im März startet der kunstverein burgwedel-isernhagen in die KunstFahrt-Saison 2018. Die erste Fahrt führt am Mittwoch 7. März 2018, in die Bundeskunsthalle nach Bonn zur Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt - Der NS-Raub und seine Folgen". Als im November 2013 bekannt wird, dass die bayrische Staatsanwaltschaft die Kunstbestände von Cornelius Gurlitt (1932-2014) beschlagnahmt hat, ist das öffentliche Aufsehen groß. Denn die 1500 Kunstwerke, die der zurückgezogen lebende Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt (1895-1956) von seinem Vater geerbt hatte, sind verdächtig: Handelt es sich um Raubkunst aus der Zeit der national-sozialistischen Gewaltherrschaft? Um diesem Verdacht nachzugehen, stellte der deutsche Staat die für die Forschung nötigen Mittel zur Verfügung, während sich Cornelius Gurlitt verpflichtete, als Raubkunst identifizierte Werke zu restituieren. So konnten bislang vier Werke an die Nachfahren der rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Als seinen Erben hatte Gurlitt, der im Mai 2014 verstarb, das Kunstmuseum Bern bestimmt.

 

Die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum Bern präsentieren in zwei zeitgleichen Ausstellungen eine Auswahl aus diesem umfangreichen Nachlass. Unter dem Titel "Entartete Kunst - beschlagnahmt und verkauft" liegt der Schwerpunkt der Berner Ausstellung auf der von den Nationalsozialisten verfemten Moderne, während Bonn den Fokus auf den NS-Kunstraub und die Folgen legt. Eingebettet in den historischen Kontext, zeichnet diese Ausstellung den Werdegang Hildebrand Gurlitts nach. Gurlitt, obwohl ein leidenschaftlicher Verfechter der Moderne, stieg er zu einem der wichtigsten Kunsthändler im nationalsozialistischen Deutschland auf. Nach dem Krieg konnte er ungeachtet der Schuld, die er auf sich geladen hatte, weitgehend problemlos an seine Vorkriegskarriere als Museumsdirektor anknüpfen. Parallel zu Gurlitts Lebensweg werden exemplarische Biografien von Zeitgenossen vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Schicksalen der verfolgten, meist jüdischen Künstler, Sammler und Kunsthändler, die dem NS-System zum Opfer fielen.

 

Die Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt - Der NS-Kunstraub und die Folgen" zeigt somit nicht nur eine Auswahl an Kunstwerken, die - von Dürer bis Monet, von Breughel bis Beckmann - ein breites Spektrum der Kunstgeschichte abbilden und jahrzehntelang dem Blick der Öffentlichkeit entzogen waren. Indem die Herkunft jedes Kunstwerks thematisiert wird, eröffnet sie auch einen spannenden Blick in die Geschichte der Objekte.

 

Treffpunkt ist am Mittwoch, 7. März, um 7:30 Uhr, die Bushaltestelle Marktkieker, Im Mitteldorf, in Großburgwedel. Die Kosten betragen für Busfahrt und Führung für Mitglieder 45 Euro und für Gäste 55 Euro.

 

Der kunstverein - burgwedel-isernhagen bietet regelmäßige bundesweite KunstFahrten an. Nähere Informationen unter Opens external link in new windowwww.kunstverein-bwi.de. Anmeldungen und weitere Informationen unter 05139/4676 und 05139/3587 oder per Mail an Opens window for sending emailinfo(at)kunstverein-bwi.de.

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