Burgdorf
Freitag, 20.10.2017 - 16:44 Uhr

Drei Ratsmitglieder brechen aus und gründen eine eigene Ratsfraktion

Fraktion "Freie Burgdorfer" will Problemfelder der Kommunalpolitik engagierter angehen

Niklas Gottschalk, Rüdiger Nijenhof und Lukas Kirstein (von links) bilden die neue Fraktion "Freie Burgdorfer" im Stadtrat.Aufn.:

BURGDORF

Drei junge Burgdorfer Ratsherren haben ihren bisherigen Parteien und Fraktionen am heutigen Freitag, 20. Oktober 2017, mitgeteilt, dass sie sowohl aus Partei, als auch aus Fraktion austreten. Lukas Kirstein und Rüdiger Nijenhof, die bisher beide der CDU/FDP-Gruppe angehörten und Niklas Gottschalk, der bisher der Fraktion des Linksbündnisses angehörte, waren vor wenigen Wochen im Zuge der gemeinsamen Antragsstellung hinsichtlich des Jugendparlaments miteinander ins Gespräch gekommen und haben schnell herausgefunden, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie trennt. "Wir haben im Laufe des Septembers in verschiedenen Gesprächen erkannt, dass wir in unseren bisherigen Fraktionen eher eingeschränkt und behindert werden, als dass man uns ernst nehmen und uns unterstützen würde", so Rüdiger Nijenhof, der mit seinen bald 40 Jahren der mit deutlichem Abstand älteste der drei für den Ratsdurchschnitt von aktuell 46 Jahren noch sehr jungen Ratsmitglieder ist. Die drei Ratsmitglieder erklären, dass sie künftig eine eigene Fraktion auf inhaltlicher Basis der im Frühjahr 2016 von der Jungen Union (JU) Burgdorf beschlossenen und damals maßgeblich von Lukas Kirstein und Rüdiger Nijenhof erarbeiteten sogenannten "Punkte für ein Wahlprogramm" (ruediger-nijenhof.de/werte-programm/) bilden wollen. "Wir wollen weniger Show und mehr sachorientierte Politik", so Niklas Gottschalk. Arbeitstitel der Fraktion lautet "Freie Burgdorfer", wobei sie an Struktur und Namen noch arbeiten wollen.

 

Alle drei machen deutlich, dass sie mit der jeweiligen Ausrichtung und Grundwerten ihrer bisherigen Bundes- beziehungsweise Landespartei nicht nur keine Probleme hätten, sondern sich ihr auch weiter verbunden fühlen würden. "Es fällt uns nicht leicht unsere bisherigen Parteien zu verlassen", erklärt Rüdiger Nijenhof, der seit 2001 der JU und seit 2002 der CDU angehört hat, dekoriertes Ehrenmitglied der Jungen Union im Heidekreis ist, einst Landesgeschäftsführer der JungenCDA und Vorsitzender der Grundwertekommission der JU Niedersachsens war. Den Ehrenvorsitz der JU Burgdorf und die Mitgliedschaft im CDU-Landesfachausschuss Familie&Soziales gebe er zudem nur sehr ungern auf, beides habe ihm immer viel Freude gemacht, "aber irgendwann ist einfach auch genug." Und dieses "irgendwann" sei erreicht.

 

Lukas Kirstein kritisiert vor allem die ineffektive Zusammenarbeit in der CDU/FDP-Gruppe und stellte heraus, dass Nijenhof und er Vorschläge eingebracht hätten, die von den anderen Ratsmitgliedern zwar zum Teil mit Sätzen wie "eigentlich müsste man es so machen" gelobt wurden, aber nur um sie danach als zuwenig flexibel und unpraktisch wieder zu verwerfen. "Wir wollen nun zeigen, wie effektive Politik für Burgdorf geht und wie man aus den Gräben der Vergangenheit rauskommt und Politik für die Zukunft gestalten kann", so Kirstein. Doch auch wenn die jungen Ratsherren einige Kritik äußerten, so garantieren sie, dass sie "keine schmutzige Wäsche waschen" wollen: "Auch wenn einige das jetzt nicht glauben wollen, aber wir wollen nicht ständig zurückschauen, sondern fortschrittlich mit dem Blick auf die Zukunft Politik für die Menschen machen", so Gottschalk.

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