Sievershäuser Dorffehde endet mit Unentschieden
Am Himmelfahrtstag hat sich die TSV-Sportanlage am Schmiedeweg wieder in den Schauplatz der traditionellen Sievershäuser Dorffehde verwandelt. Beim Wettstreit zwischen Norddorf und Süddorf kamen zahlreiche Besucher aus dem Ort zusammen. Veranstaltet wurde das Dorffest vom TSV 03 Sievershausen.
Bereits am Morgen kamen die ersten Teilnehmer in den traditionellen Farben der beiden Dorfhälften auf das Gelände. Rot stand für das Norddorf, Blau für das Süddorf. Der Freiluftgottesdienst musste wegen der Wetterprognose in das Sportheim verlegt werden. Dort wurde es eng, denn 246 Gäste drängten sich in das TSV-Sportheim. Bänke und Stühle mussten nachgeholt werden, bevor Pastor Thorsten Leißer mit etwas Verspätung die Andacht beginnen konnte. Mit Mitmachliedern und einer lebendigen Gestaltung begeisterte er die Besucher.
Da der Gottesdienst zugleich den ersten Punkt der Dorffehde brachte, wurde genau gezählt. TSV-Vorsitzender und Süddörfler Jörg Schwieger registrierte 108 Teilnehmer aus dem Süden und 138 aus dem Norden. Damit ging der erste Punkt an das Norddorf.
Anschließend standen die Fußballspiele auf dem Programm. Dabei zeigte sich das Süddorf besser vorbereitet. Die Teams aus dem Süden gewannen bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Lediglich bei den Gehfußballern behielt das Norddorf die Oberhand. Nach den Fußballspielen führte das Süddorf mit 3:2.


Danach folgten sportliche und humorvolle Wettkämpfe für Kinder und Erwachsene. Bei den Kindern mussten zunächst Klebebälle auf eine Dartscheibe geworfen werden, wobei nur die Farben der eigenen Dorfhälfte getroffen werden sollten. Das Süddorf war zielsicherer und erhöhte auf 4:2. Bei den Erwachsenen mussten Teilnehmer in einem Laufband einen Parcours bewältigen. Hier war das Norddorf schneller und verkürzte auf 4:3.
Beim zweiten Kinderspiel sollten Tischtennisbälle in eine Eierpappe geworfen werden. Auch hier hatte das Süddorf die Nase vorn und erhöhte auf 5:3. Beim Spiel „In Omas Hose ist noch Platz“ galt es anschließend, Tennisbälle in eine übergroße Hose eines Zielspielers zu werfen. Der Süden zeigte erneut die ruhigere Hand und baute die Führung auf 6:3 aus.
Dann drehte das Norddorf auf. Beim Spiel „Naseweiß“ mussten fünf Spieler mit einer Spielkarte im Mund Mehl von Person zu Person weitergeben. Jedes Ein- und Ausatmen oder ungewollte Lachen sorgte für weiße Gesichter und große Heiterkeit beim Publikum. Am Ende wurde das transportierte Mehl gewogen. Das Süddorf kam auf 22 Gramm, das Norddorf auf 26 Gramm und verkürzte damit auf 4:6.
Es folgte „Locker in den Hüften“. Dabei mussten Tischtennisbälle aus einem um die Hüfte gebundenen Karton herausgetanzt oder herausgehüpft werden. Das Norddorf gewann auch dieses Spiel und kam auf 5:6 heran.
Das letzte Spiel musste die Entscheidung bringen. Die Teilnehmer trugen Hüte mit integrierten Bechern, in die Tischtennisbälle geworfen werden sollten. Bei jedem Treffer musste ein bereitgestelltes Getränk getrunken werden. Das Spiel erinnerte an „Bierpong“. Das Norddorf zeigte sich treffsicher und glich tatsächlich noch zum 6:6 aus.
Auch abseits der Wettkämpfe herrschte gute Stimmung. Die Besucher nutzten das Angebot an Speisen und Getränken. Kinder tobten auf dem Gelände, sprangen in der Hüpfburg und bestaunten Zauberclown Tobini, der das Sportheim erneut füllte. Viele ehemalige Sievershäuser nutzten die Dorffehde zum Wiedersehen und Austausch.
Den Abschluss bildeten die Siegerehrung durch Ortsbürgermeister Armin Hapke an die beiden Bürgermeister des Süd- und Norddorfs, Walter Behrens und Ulrich Pröve, sowie die traditionelle After-Dorffehde-Party. Bis in den späten Abend wurde gemeinsam gefeiert. Die nächste Auflage des Wettstreits zwischen Nord- und Süddorf soll am Himmelfahrtstag 2027 stattfinden.

