Wedemark

Aus Abwasser wird Zukunft: Umwelttechnik-Ausbildung

Ausbildung mit Zukunft: Wedemark Abwasser GmbH bildet erstmals Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen aus

[WEDEMARK]

Erstmals bildet die Gemeinde Wedemark Wedemark Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung aus. Möglich macht das die Anerkennung der modernisierten Kläranlage als Ausbildungsbetrieb. Was Auszubildende dort erwartet, geht weit über klassische Abwasserreinigung hinaus.

Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit. Wer in der Abwasserbewirtschaftung arbeitet, schützt Umwelt und Gewässer – Tag für Tag. Ab dem 1. August 2026 startet bei der Gemeinde Wedemark erstmals die Ausbildung zur Umwelttechnologin beziehungsweise zum Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung.

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Die Ausbildung beginnt in einer frisch erneuerten Anlage, die die zweitgrößte Investition der Gemeinde in ihrer Geschichte ist. „Wir bauen eine Anlage, die Zukunft kann“, berichtet Ausbildungsleiterin Alexa Fella. „Hier lernen junge Menschen nicht nur Technik – sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist ein Beruf, der Sinn macht.“ Modernste Technik, digitale Steuerung und nachhaltige Prozesse prägen den Arbeitsalltag.

Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen steuern Anlagen zur Abwasserreinigung und Klärschlammbehandlung. Sie nehmen Proben, analysieren Werte und regulieren Prozesse. Sie betreuen das Kanalnetz im gesamten Gemeindegebiet, kontrollieren Pumpwerke und inspizieren Schächte sowie Rohrleitungen. Dabei gilt immer: Sicherheit hat Vorrang.

„Wir sind draußen unterwegs, steigen in Schächte ein und prüfen Anlagen direkt vor Ort – aber wir arbeiten nie allein“, erklärt Abwassermeisterin Fella. „Teamarbeit ist bei uns selbstverständlich. Man verlässt sich aufeinander.“

Die Ausbildung findet vor Ort in der Kläranlage sowie in der Berufsschule statt. So verbinden sich Praxis und Theorie von Anfang an. Weitere Informationen stehen in der aktuellen Ausschreibung unter www.wedemark.de/stellenangebote.

Ein besonderes Merkmal der Anlage: Hier wird nicht nur gereinigt. Aus Klärschlamm entsteht Energie. Die Gemeinde Wedemark erzeugt eigenen Strom und arbeitet damit doppelt nachhaltig – sie reinigt Abwasser und gewinnt gleichzeitig Energie aus Reststoffen, nur wenige Kommunen können das über ihre Einrichtungen sagen.

„Viele unterschätzen, wie innovativ eine Kläranlage heute ist“, sagt Fella. „Wir machen aus Abfall Energie. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft.“ Sie ist in der Region vermutlich die einzige Frau mit Meistertitel in diesem Berufsfeld. Als Abwassermeisterin steht sie für Fachkompetenz und klare Führung. „Technik kennt kein Geschlecht“, betont sie. „Das ist ein Beruf für jede Frau und jeden Mann, die neugierig sind, Verantwortung übernehmen und im Team arbeiten wollen.“

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Ziel ist die Übernahme nach erfolgreichem Abschluss – sofern eine freie Stelle zur Verfügung steht. Damit bietet die Gemeinde Wedemark eine langfristige Perspektive in einem zukunftssicheren Berufsfeld. „Wir suchen junge Menschen, die etwas bewegen wollen“, so Fella. „Fehler gehören zum Lernen dazu. Entscheidend ist, daraus besser zu werden. Technik lebt von Menschen, die Fragen stellen.“

Wer hier einsteigt, sorgt für sauberes Wasser, Umweltschutz, funktionierende Infrastruktur und nachhaltige Energiegewinnung. Ein Beruf mit Sinn – und mit Zukunft.

Möglich wird das, weil die modernisierte Kläranlage offiziell als Ausbildungsbetrieb anerkannt wurde. Zuständige Stelle ist der Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). In den Anerkennungsprozess waren das Team der Abwasserbeseitigung und der NLWKN intensiv eingebunden.

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