Burgdorf

Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen wächst auf vier Gruppen

[RAMLINGEN]

Sechs neue Mitglieder stärken die Freiwillige Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen: Mit der Aufnahme von Leon Buttenhoff, Julius Berg, Moritz Hogreve, Linus Botha, Johannes Erdmann und Christoph Langguth in die Einsatzabteilung konnte eine vierte Gruppe gebildet werden. Dies berichtete Ortsbrandmeister Heinrich Könecke bei der Jahreshauptversammlung am Freitag vor rund 110 Gästen im Saal des Landgasthofes Voltmer. Die Stützpunktfeuerwehr rückte 2025 zu 22 Einsätzen aus und leistete insgesamt 10.474 Stunden.

Unter den Gästen begrüßten Ortsbrandmeister Heinrich Könecke und sein Stellvertreter Mike Kories unter anderem Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, den Ersten Stadtrat Michael Kugel, den stellvertretenden Ortsbürgermeister Torsten Carl sowie die Feuerwehrausschussvorsitzende Beate Neitzel. Aus der Feuerwehr waren der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Tim Herrmann, Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer sowie die Ehrenstadtbrandmeister Alfred Brönnemann und die Ehrenortsbrandmeister Karl-Heinz Blume und Hermann Könecke anwesend. Jörg Neitzel, Zugführer des Historischen Löschzugs Burgdorf, war ebenso gekommen wie eine Abordnung der befreundeten Feuerwehr aus Kleinmühlingen-Zens (Sachsen-Anhalt) um Ortsbrandmeister Franz Georg Fabian sowie Jan Bertke, Ortsbrandmeister Otze. Für die musikalische Begleitung sorgte der Feuerwehrmusikzug Ramlingen-Ehlershausen und Adelheidsdorf unter der Leitung von Hans-Joachim Wick.

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22 Einsätze – darunter ein Großbrand

Die Ortswehr rückte 2025 zu 22 Einsätzen aus – deutlich weniger als im Vorjahr (36 Einsätze). Darunter waren neun Brände (ein Entstehungsbrand, ein Kleinbrand, fünf Mittelbrände, drei Großbrände), elf Hilfeleistungen sowie zwei sonstige Alarmierungen.

Besonders herausfordernd war der Großbrand am 1. August auf dem Schießstand des Schützenvereins an der B3. Am 15. April brannte ein Lkw-Anhänger in Vollbrand auf der A37. Hinzu kamen Einsätze wegen hilfloser Personen hinter verschlossener Tür (drei Mal), Wasser im Keller, Bäume auf der Straße und Pkw-Brände.

Insgesamt leistete die Wehr 10.474 Stunden: 325 Stunden im Einsatz, 3.998 Dienststunden in den vier Gruppen, 238 Stunden in Lehrgängen, 219 Stunden im Historischen Löschzug Ramlingen-Ehlershausen, 365 Stunden in der Kinderfeuerwehr, 1.728 Stunden in der Jugendfeuerwehr, 3.315 Stunden im Musikzug und 287 Stunden in der Altersgruppe.

Mitgliederentwicklung: Zuwachs in allen Bereichen

Zum 31. Dezember 2025 zählte die Ortsfeuerwehr 63 Aktive (darunter sieben Frauen), 19 Musikerinnen und Musiker (vier Frauen), acht Jugendliche (drei Mädchen), 15 Kinder (vier Mädchen) sowie 12 Kameraden in der aktiven Altersgruppe. Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer lobte die Nachwuchsarbeit: „134 Menschlein in den fünf Kinderfeuerwehren – das ist eine super Zahl. Viel Arbeit, die Kinder zu betreuen.“ Die Jugendfeuerwehr im Stadtgebiet wuchs um sieben auf 74 Mitglieder.

Intensive Ausbildung mit zahlreichen Lehrgängen

Die Aktiven absolvierten zahlreiche Lehrgänge: Fünf Teilnehmer absolvierten QS3 (Truppführer), ein Gruppenführer Teil 1, zwei Teilnehmer Digitalfunk Basismodul, ein Maschinist, fünf externes Fahrsicherheitstraining, drei Erste-Hilfe-Lehrgänge, drei Truppführer im ABC-Einsatz, ein Teilnehmer Motorsägenarbeiten, vier Teilnehmer Motorsägearbeit Fortbildung, eine Tagesfortbildung Großtierrettung sowie ein Grundseminar als Sicherheitsbeauftragte im gewerblichen Bereich.

Jugendfeuerwehr: Selbstständigkeit und Teamgeist

Jugendfeuerwehrwart Jan Maschigefski berichtete von einem erfolgreichen Jahr: „Die Jugendlichen lernen selbstständiges Denken und Verantwortung, im Team Lösungen zu finden.“ Die Jugendfeuerwehr startete mit sieben Kindern, nahm zwei aus der Kinderfeuerwehr auf und schloss das Jahr mit fünf Jungen und drei Mädchen ab. Insgesamt wurden 1.495 Dienststunden geleistet: 767 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung, 215 Stunden gemeinsame Aktivitäten und 62 Stunden Erste-Hilfe-Ausbildung.

„Die Übungsdienste wurden gut angenommen und mit Interesse besucht“, so Maschigefski. Besonders beliebt seien praktische Dienste gewesen. Fester Bestandteil ist die Kooperation mit der Jugendfeuerwehr Engensen-Thönse, „um die Kameradschaft über Ortsgrenzen hinweg zu stärken“. Ein weiteres Highlight war die Übernachtung im Feuerwehrhaus Ramlingen mit Besuch der Feuerwache Celle. Der Jahresabschlussdienst mit Film bildete einen „gelungenen Ausklang des Jahres“.

Für 2026 kündigte Maschigefski an, zwei Jugendliche in die Einsatzabteilung übergeben zu wollen. Bürgermeister Pollehn dankte ausdrücklich: „In der heutigen Gesellschaft ist es schon notwendig, Kinder zu unterstützen. Die Feuerwehr ist ein wichtiges Unterstützungselement in der Erziehung der Kinder. Vielen Dank für den großartigen Einsatz hier, das ist großen Applaus wert.“

Kinderfeuerwehr wächst stark

Kinderfeuerwehrwartin Kerstin Maschigefski berichtete von erfreulichem Zuwachs, aber auch von Herausforderungen: Als sie vor einem Jahr übernahm, waren es 13 Kinder, es gab auch einige Abgänge aus verscheidensten Gründen. Nach dem Erntefest standen dann aber plötzlich 19 Kinder am Feuerwehrhaus. „Wir haben ein Problem – ein Betreuerproblem. Wir suchten neue Betreuer“, so Maschigefski. Aktuell betreuen fünf Betreuer 16 Kinder – zum 31. Dezember waren es 13 Kinder. „Es ist ein Kommen und Gehen, aber die Zahl steigt, und das spricht für sich.“

Die Kinderfeuerwehr leistete 493 Dienststunden, alle 14 Tage mittwochs. „Eine ziemliche Herausforderung, wenn 19 Kinder ums Feuerwehrhaus in Ehlershausen quirlen“, beschrieb sie die Situation. Da das Feuerwehrhaus in Ehlershausen zu klein ist, müsse auch nach Ramlingen ausgewichen werden.

Zu den Aktivitäten gehörten der Besuch der Jubiläumsfeier der Kinderfeuerwehr Wettmar, ein Leistungsmarsch bei der Feuerwehr Fuhrberg, Dienste mit Erster Hilfe, eine Hydrantenwanderung, die Weihnachtsfeier mit Waffeln, Osterbasteln und im Herbst selbstgemachte Laternen. „Wir haben versucht, abwechslungsreiche Dienste anzubieten“, betonte Maschigefski.

Musikzug mit 87 Terminen im Jahr

Musikzugführer Michael Weber berichtete von einem ereignisreichen Jahr: Der Musikzug startete mit 20 Musikern, hatte zwei Abgänge und schloss das Jahr mit 18 ab. In Kooperation mit Adelheidsdorf sind es zusammen 31 Musiker. Vom 31. Januar bis zur Christvesper auf Hof Buchholz an Weihnachten absolvierte der Musikzug 87 Termine mit insgesamt 4.173 Dienststunden: 50 Proben und Geselligkeiten, 37 Auftritte und Konzerte (13 Feuerwehr, 24 Brauchtumspflege).

Zu den Höhepunkten zählten Frühlingskonzerte, das Pfingstkonzert, das Weinfest in Nienhagen, das Oktoberfest der Feuerwehr Celle sowie neu die Einweihung der Erweiterung des Denkmals auf dem Ramlinger Friedhof. Dirigent Hans-Joachim Wick hatte eine Konzertreise nach Bulgarien organisiert, an der mehrere Musiker teilnahmen – „für die Teilnehmer war das ein Highlight“.

Der Musikzug hat „immer Bedarf an neuen Musikern“ und lädt interessierte Musiker zu einem Projektkonzert am 15. und 22. März ein.

Veranstaltungen prägen das Dorfleben

Die Feuerwehr war fest im Dorfleben verankert: Osterfeuer am 19. April, Tag der offenen Tür des Segelflugvereins in Ehlershausen am 29. Mai, Ramlinger Duelle am 24. Mai (3. Platz), AueCup im August (2. Platz), Bilm Wettkämpfe am 13. September (3. Platz), die zweitägige Bereitschaftsübung am 19./20. September, Beteiligung am Umzug beim Erntefest am 27./28. September, Übung im alten Löschbezirk Wettmar am 2. Oktober, Begleitung des Laternenumzugs in Ramlingen am 10. Oktober, Volkstrauertag am 16. November und Begleitung des Adventsnachmittags für Senioren am 14. Dezember.

Bürgermeister Pollehn würdigte: „Dank für die vielen Unterstützungen bei den Veranstaltungen. Das sind schon tolle, weitreichend bekannte Veranstaltungen, die von der Feuerwehr begleitet werden – ortsübergreifend. Das ist nicht selbstverständlich, was hier abläuft: Gemeinschaft und Kameradschaft, was getan wird für Bevölkerung und Gemeinschaft.“

Feuerwehrhaus und Übungsfläche: Planung läuft

Zum Feuerwehrhaus erklärte Pollehn: „Die Feuerwehr ist kompetent und aktiv, auch in Planungen. Das Feuerwehrhaus ist im städtischen Projektplan aufgenommen, aber noch nicht mit Ressourcen wie Personal und finaziellen Mitteln hinterlegt. Ich kann also nicht sagen, wann es angegangen wird.“ Die Stadt habe nicht nur neue Feuerwehrhäuser im Blick, „sondern auch renovieren und reparieren – die älteren werden nicht vernachlässigt. Die Einsatzbereitschaft ist immer gewährleistet, um diese Themen werden wir uns immer kümmern“, so der Bürgermeister

Ein besonderes Problem stellte die Feuerwehrübungsfläche dar: Sie ist im Laufe der Jahre zu einem Biotop geworden, wie die untere Naturschutzbehörde festgestellt hat. „Wir müssen Maßnahmen entwickeln, beides übereinander zu legen – einerseits Brandschutz und Ausbildung, dem gegenüber steht nun der Naturschutz“, erklärte Pollehn. Man arbeite daran, die Fläche so zu gestalten, „dass weiterhin Feuerwehrübungen dort durchgeführt werden können“.

„Nörgelpause“ täte gut – Plädoyer für Gelassenheit

Der Erste Stadtrat Michael Kugel nutzte sein Grußwort für ein ungewöhnliches Plädoyer: „Uns täte eine ‚Nörgelpause‘ gut.“ Er erzählte von einem Beschwerdeführer, dem das Schneeräumen zu früh, zu laut gewesen sei und der monierte, dass mehrfach durchgefahren wurde. „Das kann nur ein Stadtmensch gewesen sein“, kommentierte Jörg Neitzel vom Historischen Löschzug später.

Kugel mahnte: „Ein bisschen mehr Gelassenheit ist angebracht. Es gibt Dinge, die man nicht ändern kann – dann ist es eben so, im Zweifel auch eben nur Winter.“ Man solle den Mut haben, Dingen etwas Positives abzugewinnen. Wenn eine Schaufel schon zu laut sei, dann solle man nach anderswo sehen: „Ukraine – die werden wegen etwas ganz anderem wach“, so Kugel. Es gebe aber auch Orte wie Venezuela oder Minneapolis. „Wenn man das vergleicht, dann geht es uns gut, darüber muss man mal nachdenken.“

Neuerungen auf Stadt- und Regionsebene

Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer berichtete von 271 Einsätzen im Stadtgebiet sowie 19 außerhalb (meist von der Drehleiter und der Tauchergruppe). „Es war kein Highlight dabei“, so Heuer. Die Einsätze verteilten sich auf 99 Brände, 123 technische Hilfeleistungen und 49 sonstige – darunter Wasser im Keller, Bäume auf der Straße, eCall-Alarme von Handys und diverse Rauchwarnmelder.

Zu den Rauchwarnmeldern sagte Heuer: „Kann man gespaltener Meinung sein, sie tun aber ihren Dienst. In den meisten Fällen hatte der Rauchwarnmelder das getan, was er tun sollte.“ Alarme wegen leerer Batterien seien dafür weniger geworden. „Es ist für uns ein bisschen lästig, aber wir stellen fest: Rauchwarnmelder haben ihren Nutzen.“ Er warnte zudem: „Die Vegetationsbrände werden mehr werden.“

Für 2027 kündigte Heuer die Umstellung der Dienstuniformen und neue Dienstgrade an.

Der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Tim Herrmann berichtete von 1.875 Alarmierungen im Abschnitt – „im Durchschnitt fünf am Tag durch die 40 Ortsfeuerwehren, eine beeindruckende Zahl“. Aus der Region gab es Neuerungen: Eine Projektgruppe arbeitet an der Weiterentwicklung des ABC-Konzepts, eine Arbeitsgruppe Robotik wurde gegründet, und ein Notfallnachsorgeteam ist eingerichtet worden.

Historischer Löschzug wird 50 Jahre alt

Jörg Neitzel berichtete, dass der Historische Löschzug sich weiterentwickle: „Wir hatten 18 Abgänge, aber auch wegen Bereinigungen. Sechs sind dazu gewonnen.“ Der Löschzug sei nicht nur etwas für Alterskameraden – „das jüngste Mitglied ist 22 Jahre alt“ und forderte zur Teilnahme auf. In diesem Jahr feiert der Historische Löschzug sein 50-jähriges Bestehen.

Ehrungen und Ernennungen

Zur Oberfeuerwehrfrau wurde Ina Maschigefski ernannt. Den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann erhielten Manuel Burk, Carsten Müller, Eike Reinberger-Bruns, Lars Menge und Jan Maschigefski.

Zwei Mal wurde nachträglich die Hochwasserehrennadel des Landes Niedersachsen für das Hochwasser 2023 verliehen. Sebastian Wick wurde für 25-jährige aktive Feuerwehrtätigkeit mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbands für 50-jährige Mitgliedschaft erhielt Thomas Wick, der zugleich in die Altersgruppe überstellt wurde.

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