Finanzbericht 2025 zeigt verbessertes Haushaltsjahr der Stadt Burgdorf

Der 3. Finanzbericht 2025 der Stadt Burgdorf gibt zum Stichtag 31. Dezember 2025 einen Überblick über den Stand der Haushaltsausführung im laufenden Jahr. Dieser stellt eine Prognose zum Jahresergebnis dar und analysiert zugleich die Entwicklung der Ertrags- und Aufwandsarten in den vergangenen Jahren von 2015 bis 2024. Der Bericht räumt ein, dass die vorliegenden Zahlen Schätzungen darstellen, die vom tatsächlichen Ergebnis abweichen können.
Die Prognose zeigt, dass im Ergebnishaushalt ein gegenüber der Planung um 11,35 Millionen Euro verbessertes Ergebnis erwartet wird. Das ordentliche Ergebnis weist einen Fehlbetrag von 15,22 Millionen Euro auf, während der außerordentliche Haushalt mit einem Überschuss von 0,29 Millionen Euro abschließt. Somit bleibt im Gesamtergebnis ein Fehlbetrag von 14,93 Millionen Euro bestehen. Im Finanzhaushalt wird für die laufende Verwaltungstätigkeit ein Saldo von rund minus 5,07 Millionen Euro prognostiziert, der gegenüber dem Haushaltsansatz von minus 21,16 Millionen Euro deutlich besser ausfällt. Die Investitionstätigkeit wird mit einem Saldo von rund minus 18,31 Millionen Euro erwartet, leicht unterhalb des Ansatzes von minus 20,65 Millionen Euro.
Für die Steuern und allgemeinen Zuweisungen, eine der wichtigsten Ertragsquellen der Stadt, wird mit einem Überschuss von 46,4 Millionen Euro gerechnet, was gegenüber dem Haushaltsansatz von 39,38 Millionen Euro eine Steigerung um 7,03 Millionen Euro beziehungsweise 17,8 Prozent bedeutet. Insbesondere die Gewerbesteuer liegt mit einer Prognose von 19,2 Millionen Euro deutlich über dem Ansatz von 13 Millionen Euro. Die Grundsteuer B wird dagegen aufgrund zahlreicher Messbetragsanpassungen im ersten Halbjahr voraussichtlich den Planansatz von 7 Millionen Euro um rund 270.000 Euro unterschreiten. Aufgrund ungewöhnlich hoher Gewerbesteuereinnahmen wird im Haushaltsjahr zudem eine Rückstellung im Rahmen des Finanzausgleichs in Höhe von 640.000 Euro gebildet.
Die ordentlichen Erträge werden zum Jahresende auf 98,7 Millionen Euro geschätzt, was eine Steigerung von rund 9,2 Millionen Euro gegenüber dem Planwert von 89,4 Millionen Euro bedeutet. Die ordentlichen Aufwendungen werden hingegen mit 113,9 Millionen Euro prognostiziert und liegen damit um 4,48 Millionen Euro unter dem Ansatz von 118,4 Millionen Euro. Bei den Aufwendungen stellen die Transferausgaben mit 42,3 Millionen Euro die größte Position dar und sind leicht niedriger als der Haushaltsansatz von 43 Millionen Euro. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen werden mit 19,1 Millionen Euro unter dem Ansatz von 22,7 Millionen Euro erwartet, während die Personalaufwendungen mit circa 37,5 Millionen Euro leicht über dem Ansatz von rund 36,8 Millionen Euro liegen.
Im Finanzhaushalt werden Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit mit 95,9 Millionen Euro prognostiziert, was einem Plus von 9,25 Millionen Euro gegenüber dem Haushaltsansatz von 86,6 Millionen Euro entspricht. Die Auszahlungen für den laufenden Betrieb werden mit 100,9 Millionen Euro geschätzt und liegen um 6,8 Millionen Euro unter dem Haushaltsansatz. Bei der Investitionstätigkeit sind die Einzahlungen auf knapp 4,1 Millionen Euro prognostiziert, was etwa der Hälfte des Ansatzes von 8,4 Millionen Euro entspricht, bedingt durch zeitliche Verschiebungen bei Grundstücksverkäufen. Die Investitionsauszahlungen werden mit 22,4 Millionen Euro erwartet, rund 6,7 Millionen Euro unter dem Ansatz von 29,1 Millionen Euro. Hierbei werden insbesondere Baumaßnahmen mit 18,5 Millionen Euro prognostiziert, was gut halb so hoch ist wie der Planwert einschließlich Haushaltsresten von fast 37 Millionen Euro.
Der Stand der Liquiditätskredite beläuft sich zum Jahresende auf 16 Millionen Euro bei einem Zinssatz von 2,08 Prozent. Die Investitionsdarlehen wurden im Jahr 2025 in Höhe von 22 Millionen Euro aufgenommen, wobei unter Berücksichtigung von Tilgungen von rund 4,4 Millionen Euro die Schulden aus Investitionskrediten am 31. Dezember bei rund 153,72 Millionen Euro liegen.
Eine Reihe von Finanzkennzahlen gibt ergänzende Einblicke in die Haushaltslage der Stadt Burgdorf. So liegt die Steuerquote für 2025 bei 42,2 Prozent, was den Anteil der steuerlichen Finanzierung am ordentlichen Aufwand angibt. Die Personalintensität beträgt 32,9 Prozent, während die Zinslastquote bei 7,2 Prozent liegt. Die Liquiditätskreditquote und Fremdkapitalquote zeigen eine zunehmende Verschuldung, was allerdings auch durch die Ausweitung der Investitionen bedingt ist. Insgesamt wird die Ertragskraft je Einwohner deutlich gesteigert, wobei auch die Belastung je Einwohner ansteigt. Die Transferaufwandsquote liegt bei 37,1 Prozent, was den Umfang der Sozialleistungen und Umlagen verdeutlicht.
Der Bericht hebt hervor, dass trotz einer Verbesserung in 2025 weiterhin ein Fehlbetrag im Gesamtergebnis geplant ist. Die Stadt weist eine steigende Verschuldung auf, die insbesondere durch Investitionskredite geprägt ist. Gleichzeitig verbessert sich die Ertragslage, vor allem durch höhere Steuereinnahmen. Die Prognose ist mit Blick auf die weitere Haushaltsentwicklung wichtig, um Maßnahmen zur Finanzsteuerung und Planung zukünftiger Investitionen zu unterstützen.
Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: 3. Finanzbericht 2025 , Mitteilungsvorlage.
