Uetze

SPD-Ortsverein Uetze nominiert Florian Gahre für die Bürgermeisterwahl

[UETZE]

Am heutigen Sonnabend, 17. Januar 2026, traf sich der SPD-Ortsverein Gemeinde Uetze im Saal „Zum Bahnhof“ in Dedenhausen zur Versammlung. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Die Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten. Rund 65 Anwesende erlebten eine Nominierung, die von einer langen, emotionalen Rede geprägt war: Bürgermeister Florian Gahre warb um Vertrauen, zog eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit und skizzierte Ziele bis weit in die Zukunft. Am Ende wurde er ohne Gegenkandidaten bei 48 Wahlberechtigten mit 48 Ja-Stimmen als Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 13. September 2026 nominiert, begleitet von stehendem Applaus.

Begrüßt wurden die Anwesenden von den Ortsvereinsvorsitzenden Patrick Semrau und Thordis Hanisch. Unter den Gästen konnte unter anderem Ehrenbürger Werner Backeberg begrüßt werden. Patrick Semrau eröffnete den Abend mit der kurzen Feststellung, er freue sich, viele Gäste begrüßen zu können.

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Uetzes Bürgermeister Florian Gahre machte zu Beginn deutlich, dass der Tag für ihn eine besondere Bedeutung hatte. „Es ist kein Tag wie jeder andere“, sagte er und sprach davon, dass ihn die bevorstehende Nominierung seit Wochen beschäftige. Er sei „etwas aufgeregt“, die bevorstehende Nominierung begleite ihn seit Wochen im Kopf. Er beschrieb das Bürgermeisteramt als „tolles, herausforderndes, aufregendes“ Amt und sagte unter Applaus: „Ich habe Lust auf mehr, Lust auf weitermachen.“

Gahre erinnerte an seinen Start 2021 und an das Vertrauen, das ihm damals entgegengebracht worden sei. Er sagte, er sei 2020 und 2021 „unbekannt“ gewesen, „kein Uetzer“, „kein Parteigewächs“ und „kein politisches Schwergewicht“, dennoch habe man gesagt: „Ja, machen wir.“ Dieser Vertrauensvorschuss habe ihn angetrieben, und er betonte, man wolle die Menschen in der Gemeinde nicht enttäuschen. Den Amtsantritt habe er sich anders vorgestellt, Corona sei „mindestens herausfordernd“ gewesen, hinzu seien weitere Krisen gekommen. Trotzdem habe man es „nicht immer perfekt, aber gemeinsam“ hinbekommen, und er stellte heraus: „Uetze ist Gemeinschaft, Zusammenhalt.“

In seiner Bilanz führte Gahre eine Reihe von Punkten an, die er als Erfolge seiner Amtszeit wertete. Er verwies darauf, dass es seit 2021 keine Steuererhöhungen gegeben habe, und nannte Entscheidungen, die nach seiner Darstellung von der Gemeinschaft getragen werden: „Wir haben die Straßenausbaubeiträge abgeschafft. Das muss nun die Gemeinschaft tragen, wir nutzen die Straßen ja auch gemeinsam“, sagte er unter Applaus. Finanziell sei man „nicht auf Rosen gebettet“, dennoch seien Altschulden getilgt worden. Er nannte Investitionen, darunter zwei Millionen Euro für Kinder- und Jugendplätze, und sprach über die Feuerwehr, für die 3,5 Millionen Euro in das Feuerwehrhaus in Eltze investiert worden seien, das als Blaupause für andere Gerätehäuser dienen solle. Außerdem hob er die Einführung eines Ehrenamtsbeauftragten hervor, der dafür sorge, dass Ehrenamtliche einen Ansprechpartner in der Verwaltung haben. Er sprach von verschlankten Abläufen, Effizienz und davon, dass der Krankheitsstand um ein Drittel gesunken sei, kaum Fluktuation bestehe und das bares Geld spare. Gahre verwies auf neue Straßenlaternen, eine erneuerte Sireneninfrastruktur und die Grundschule am Katensener Weg. Er nannte Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer, „so hoch wie in Burgdorf“, und betonte, dass die Nachfrage nach Grundstücken und Gewerbe sei groß sei. Außerdem erwähnte er, dass es „endlich wieder ein Jugendcafé“ gebe. Als Beispiel für Engagement nannte er Grünflächenpatenschaften, die für ihn gelebte Gemeinschaft seien. Er sagte zudem, die Verwaltung sei in Uetze nicht trocken, verwies auf die Uetzer Schul-IT, die in Niedersachsen auf Platz drei liege, auf die „kürtesten Wartezeiten in der Region“ im Bürgerbüro und darauf, dass sogar Menschen aus Burgdorf für Kfz-Zulassungen nach Uetze kämen. Insgesamt zog er die Schlussfolgerung: „Unsere Gemeinde funktioniert nicht nur irgendwie, wir alle gemeinsam funktionieren richtig gut.“

Gahre dankte in diesem Zusammenhang auch dem Ehrenamt und sagte, ein Bürgermeister sei „nichts ohne die Ehrenamtlichen“, sie seien Fundament der Gemeinde. Den Rat beschrieb er als von Sachlichkeit und Respekt geprägt, man sei nicht immer einer Meinung, es gehe aber nicht um persönliches Ego, sondern um die Gemeinde und die Menschen.

Mit Blick nach vorn erklärte Gahre, er wolle „mindestens die nächsten acht Jahre Bürgermeister sein“ und verband das mit Selbstkritik, nicht alles laufe so, wie es laufen solle. Er sagte, er werde „die großen Fußstapfen“ von Ehrenbürger Werner Backeberg nicht füllen können, und fügte hinzu: „Nur deswegen sind wir so erfolgreich, weil du das so gut vorbereitet hast, Werner.“ Als zentrale Aufgabe nannte er eine veränderte Kommunikation, weil ein berechtigter hoher Anspruch an Transparenz bestehe. Er verwies auf ein Beschwerdemanagement, bei dem Anliegen der Bürger im Durchschnitt innerhalb von fünf Tagen beantwortet und gelöst werden, und auf Livestreams der Ratssitzungen, die für Vereinbarkeit und Zugang zur Politik wichtig seien. Er sagte, Politik müsse so erklärt werden, dass die Menschen es verstehen, und nannte soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram als Orte, an denen Diskussionen stattfinden. Entscheidungen zu begründen, sei aus seiner Sicht „das Erfolgsgeheimnis der Zukunft“.

Gahre warnte auch davor, Investitionen aufzuschieben, weil dies der Gemeinde, dem Haushalt und den folgenden Generationen schade. Er sprach davon, dass durch so genannte Sondervermögen Geld „da wie noch nie“ vorhanden sei und Mittel nach Uetze gelenkt und investiert werden müssten. Besonders deutlich wurde er beim Schulzentrum, für das er einen Investitionsstau von 100 Millionen Euro nannte, was für Raunen unter den Anwesenden sorgte. Jedes Jahr Warten koste und werde durch Baukostensteigerungen teurer, und er machte den Vergleich: Für jedes Jahr Warten könne man „ein weiteres neues Feuerwehrhaus bauen“. Nicht zu investieren sei zwar auch eine Entscheidung, „aber eine richtig teure Entscheidung“. Er sprach außerdem davon, man brauche weniger Regeln, aber mehr Mut, und sagte, viele Regeln im Rathaus seien bereits abgeschafft worden und dienten oft nur der Überwachung, dabei gehe es um Vertrauen. Auch die Unterstützung des Ehrenamts müsse stärker werden, nicht nur finanziell, weil Ehrenamtliche dort seien, wo die Gemeinde nicht sein könne. In diesem Zusammenhang griff er ein Wort Backebergs auf: „Hauptamt geht nur mit Ehrenamt.“ Außerdem kündigte er an, sich dafür stark zu machen, die Gleichstellungsbeauftragte mit einer ganzen Stelle auszustatten.

Zum Ende wurde die Rede persönlicher. Gahre bat um Vertrauen und betonte, das sei nichts Leichtfertiges und kein einmaliger Vorgang, sondern etwas, das man jeden Tag neu bekräftigen müsse. Er dankte seiner Familie und sagte, er habe eine starke Frau an seiner Seite, die ihn erde, und dafür sei er „unendlich dankbar“. Eine klare Grenze zog er beim Wahlkampf: Familie gehöre nicht hinein. Wichtig sei ihm der respektvolle Umgang miteinander, „das darf nicht verrohen“, sagte er, „nicht hier, nicht in Uetze, nirgendwo“. Politik müsse gestalten, streiten und miteinander auskommen. Er kündigte an, das Vertrauen nicht als selbstverständlich anzusehen und „jeden Tag mit voller Kraft“ für die Gemeinde Uetze da zu sein, „nicht für mich, für unsere Gemeinde“. Er setzte als Motto „Mut statt Stillstand“, sagte, er habe „richtig Bock drauf“, und rief zum Weitermachen auf, verbunden mit der Aussicht, im September eine Wahlparty zu feiern. Seiner 30-minütigen Rede folgte folgte lang anhaltender Applaus.

Bei 48 Wahlberechtigten wurde anschließend Florian Gahre ohne Gegenkandidaten mit 48 Ja-Stimmen nominiert, begleitet von stehendem Applaus. Danach bedankte er sich erneut und sagte: „Lasst uns das gemeinsam machen.“ Es werde anstrengend für alle, man habe ein großes Ziel vor Augen, und er schloss mit einem weiteren Dank.

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