Uetze

Uetzer Heimatbund plant Eisenbahnausstellung

Stecke Celle-Braunschweig 1923 fertiggestellt – Verein sucht Exponate

[UETZE]

Der Heimatbund Uetze will die Uetzer Eisenbahngeschichte in Erinnerung rufen. Dafür bereitet er eine Ausstellung über die Bahnstrecke Celle–Uetze–Plockhorst–Braunschweig vor. Die Schau will der Heimatbund während des Tages der offenen Tür am Sonntag, 8. Februar 2025, in seinem Museum in der Olen Dorpschaule, Schulstraße 2, zeigen. Das Heimatmuseum ist an dem Tag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Bau der Bahnstrecke hatte vor dem Ersten Weltkrieg begonnen. Nach Kriegsende wurde zunächst 1920 der Abschnitt von Celle bis Uetze fertiggestellt. Ein Jahr später konnte man bis Plockhorst fahren. Ab 1923 bestand eine durchgehende Verbindung bis Braunschweig. Nach und nach kam das Aus für die Strecke. 1962 stellte die Bundesbahn den Personenverkehr zwischen Braunschweig und Plockhorst ein. Ab 1971 fuhr auch kein Personenzug mehr fahrplanmäßig zwischen Celle und Plockhorst. 1985 erreichte der letzte fahrplanmäßige Güterzug den Uetzer Bahnhof.

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Obwohl die Vorbereitungen auf die Ausstellung bereits auf vollen Touren laufen, ist die Suche nach Exponaten wie Fahrkarten, Fotos und Dokumenten noch nicht abgeschlossen. Wer Ausstellungsstücke zu der Schau beitragen möchte, soll sich beim Heimatbund-Archivar Wolfgang Braatz, Telefon 05173/6024, melden. Alte Fotos wird Wolfgang Braatz scannen und gleich anschließend wieder aushändigen. Andere Exponate werden auf Wunsch nach dem Tag der offenen Tür zurückgegeben.

Wer besondere Erlebnisse während einer Bahnfahrt oder etwas Außergewöhnliches zu erzählen weiß, was mit der Bahnstrecke zusammenhängt, kann sich an Pressewart Friedrich-Wilhelm Schiller, Telefon 05173/24105, wenden. Er wird dann die Geschichte zu Papier bringen. Interessant wäre zum Beispiel, wenn jemand Genaueres darüber berichten könnte, dass einmal ein Zug entgleist ist, weil Kinder beim Spielen Steine auf die Schienen gelegt hatten.

Über eine Bahnfahrt, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Uetze enden sollte, berichtet die verstorbene Uetzerin Dorothea Radtke in ihrem autobiografischen Buch „Dieses wunderbare Leben“. Am 22. Februar 1945 holte ihr Mann Günter sie und die kleine Tochter Susanne aus dem zerbombten Berlin, um sie nach Uetze zu Verwandten in Sicherheit zu bringen. Nach neun Stunden Fahrt strandete die damals dreiköpfige Familie mitten in der Nacht zunächst in Lehrte. „Drei Stunden mussten sie warten, bis ein anderer Zug sie nach Plockhorst brachte, einem Ort sieben Kilometer vor Uetze, wohin es um diese Zeit keine Verbindung gab. Noch war es stockdunkel, als sie ausstiegen, und es regnete in Strömen. Der kürzeste und sicherste Weg (nach Uetze) führte den Bahngleisen entlang. Da konnten sie sich wenigstens nicht verirren.“

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