Dreckiges Dilemma am Blumengroßmarkt: Ortsbürgermeisterin fühlt sich mit Müllproblemen allein gelassen
In Höver gibt es nach Angaben der Ortsbürgermeisterin Elisabeth Schärling wiederkehrende Probleme mit wildem Müll. Das betreffe nicht nur die Weihnachtszeit, sondern ebenso die Sommermonate. Schärling führt die Entwicklung darauf zurück, dass sich in der Ortschaft zunehmend Gewerbe angesiedelt habe und im Bereich des Blumengroßmarktes regelmäßig Lkw-Fahrer mit ihren Sattelzügen übernachten.
Rund um den Blumengroßmarkt werde derzeit immer wieder unterschiedlicher Abfall gefunden. Genannt werden Lebensmittelreste, Öl- oder Benzinkanister, Reifen sowie Verpackungsmaterial. Als besonders belastend beschreibt Schärling den Umstand, dass Fahrer offenbar Fäkalien in Plastikbeuteln oder Urin in Flaschen hinterlassen sollen. Diese würden unter anderem im nahegelegenen Regenrückhaltebecken und an der Straße entsorgt. Der Umweltpate Michael Meyrich, der Schärling auf das Problem hingewiesen habe, zeigte sich demnach über die Zunahme dieser Hinterlassenschaften entsetzt.
Schärling erklärt, dass die Bemühungen, die Landschaft sauber zu halten, an Grenzen stoßen würden. Ohne ehrenamtliche Müllsammler würde die Feldmark nach ihrer Darstellung deutlich schlechter aussehen. Vor diesem Hintergrund habe sie Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse um Rat und Hilfe gebeten.
Die Antwort des Bürgermeisters sei für sie enttäuschend gewesen. Kruse habe die Frage aufgeworfen, wie von Seiten der Stadt Sehnde Abhilfe geschaffen werden solle, zumal sich die Verursacher nur schwer ermitteln ließen. Schärling sieht darin nach eigenen Worten keinen Lösungsvorschlag und beklagt, dass Höver mit dem Problem allein gelassen werde.
In dem Zusammenhang verweist Schärling darauf, dass Bürgermeister Kruse mehrfach eine weitere Gewerbeansiedlung größeren Ausmaßes für Höver gefordert habe. Eine bessere Akzeptanz in der Bevölkerung für ein mögliches „Höver Nord“ werde es nach ihrer Einschätzung jedoch nicht geben, wenn die Stadt bei solchen Problemen keine Unterstützung leiste.
Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse schreibt dazu: „„“Derartige Probleme haben wir leider nicht nur in diesem Bereich, aber aufgrund der Nähe zu den Autobahnen deutlich ausgeprägter als an anderen Stellen im Stadtgebiet Sehnde. Wir hatten dort bis vor einiger Zeit große Abfallbehälter aufgestellt, um den Lkw-Fahrenden die Möglichkeit einer Entsorgung von Abfällen ‚vor Ort‘ zu ermöglichen, wenn sie diese schon nicht bis zur nächsten regulären Entsorgungsmöglichkeit mitnehmen wollen. Leider wurde in diesen Behältern von Bürger*innen nachweislich umfangreich Hausmüll entsorgt, so dass ich aufgrund der hier inzwischen anfallenden Menge die Entfernung dieser Tonnen angeordnet habe.
Diese ‚Müll-Thematik‘ war auch Gegenstand in der letzten Dienstbesprechung mit dem Leiter unseres Baubetriebshofs, denn neben dem dort ehrenamtlich tätigen ‚Müllsammler‘ sind unsere Mitarbeitenden des Baubetriebshofes regelmäßig vor Ort und sammeln den von Frau Schärling beschriebenen Müll ein. Aus diesem Grund habe ich bereits entschieden, dass wir den erneuten Versuch mit dem Aufstellen von Müllbehältern unternehmen. Diese werden zeitnah platziert.
Mit der Umsetzung des Gewerbegebiets ‚Höver-Nord‘ würde sich diese Problematik entgegen der Auffassung von Frau Schärling aus meiner Sicht erledigen: Aktuell befinden sich die im Bereich ‚Ahlter Feld‘ übernachtenden Lkw-Fahrenden in der ‚freien Landschaft‘ und somit ohne jede soziale Kontrolle. In einem Gewerbegebiet mit entsprechender Struktur wäre diese gegeben und bei Ansiedlung entsprechender Betriebe ließe sich wahrscheinlich auch die Möglichkeit der Nutzung von Sanitäreinrichtungen organisieren.
Leider handelt es sich auch hier um ein Problem nicht nur in Sehnde, denn im unmittelbaren Bereich der Bundesautobahnen sind für die im Transportgewerbe tätigen Fahrer*innen nach meiner Einschätzung nach wie vor zu wenig Stellplätze auf Rastplätzen vorhanden, damit diese ihre Lenk- und Ruhezeiten einhalten und u. a. WC-Anlagen nutzen können. Es handelt sich somit um ein weiteres Problem, das auf die Kommunen verlagert wird, die sich damit auseinandersetzen müssen.“

