Swing-Feuerwerk im StadtHaus: Bun-Jon & The Big Jive begeistern Burgdorf
Foto: Bastian Kroll
„Das war wirklich toll“, war am gestrigen Sonnabend, 6. Dezember 2025, im Burgdorfer StadtHaus an der Sorgenser Straße von vielen Besuchern zu hören, die das rund zweieinhalbstündige Konzert von Bun-Jon & The Big Jive besucht hatten. Die Gäste des gut besuchten Abends hatten sichtbar Freude an der Musik und der Atmosphäre. Der Gig fand im Rahmen des 14. Hot Advent de statt und hatte seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht.
Bun-Jon & The Big Jive spielt Swing, Jump und Jive, also vor allem schwungvolle US-Tanzmusik im Stil der 1930er und 1940er Jahre, mit Titeln unter anderem in der Tradition von Louis Jordan, Nat King Cole und Ray Charles. Im Programm fanden sich auch Stücke in Anlehnung an Louis Prima, der am heutigen Sonntag, 7. Dezember, seinen 115. Geburtstag gehabt hätte. Entsprechend erschien auch das Publikum: Viele der Tänzer hatten sich stilvoll an der Mode jener Zeit orientiert, was das Gesamtbild auf der Tanzfläche zusätzlich prägte.
Die Band war bereits zum dritten Mal in Burgdorf, und Kenner wussten: Bun-Jon & The Big Jive gibt vom ersten Takt an Vollgas. So war es auch diesmal, als sich die Tanzfläche schon nach wenigen Augenblicken füllte. „So viele Tänzer hatten wir noch nie“, sagte Paul Rohde vom Kulturverein Jazzfreunde Altkreis Burgdorf, der das Konzert veranstaltet hatte. Rund 50 Tänzer waren eigens für den Abend aus ganz Norddeutschland angereist, unter anderem aus Oldenburg, Bielefeld, Magdeburg, Minden und Kassel. Kein Wunder: Die Band ist international gefragt, Auftritte vor 10.000 Zuschauern seien für sie nichts Ungewöhnliches, erzählte Bun-Jon. Und in naher Zukunft steht ein Auftritt in Norwegen auf dem Programm
Schon vor der Pause gab es anhaltenden Applaus. Als Bun-Jon eigentlich eine kurze Unterbrechung ankündigen wollte, entschied er sich spontan um – mit einem Augenzwinkern verwies er darauf, dass die Bläser im letzten Stück kaum zu tun gehabt hätten und nun wieder „richtig ran“ dürften. Auch im weiteren Verlauf des Abends passte er das Programm immer wieder der Stimmung im Saal an. Als laut Setliste ein etwas ruhigeres Stück vorgesehen war, die Tanzfläche aber noch dicht gefüllt war, änderte er erneut die Reihenfolge. Das Publikum erfuhr offen den Grund: Man habe so schön getanzt, und ein Tempowechsel hätte die Stimmung in diesem Moment gebremst, also habe er sich bewusst für ein anderes Stück entschieden.
Zum Ende des Konzerts fragte Bun-Jon in den Saal: „Wollt ihr nach Hause?“ Die Antwort fiel einmütig aus: ein deutliches „Nein“. Auf seine Frage, ob es denn schon so weit sei, kam aus dem Publikum erneut ein klares „Nein“. Mit rhythmischem Klatschen forderten die Besucher eine Zugabe. „Sagt mal, was ist denn da los? Ihr könnt auch wieder aufhören zu klatschen“, kommentierte Bun-Jon lachend, bevor die Band zwei weitere Stücke anhängte. Doch selbst danach gaben sich die Gäste nicht zufrieden. Als die Musiker die Bühne bereits verlassen hatten, holten lautstarke „Zugabe“-Rufe sie noch einmal zurück. „Ihr seid doch nicht ganz dicht“, meinte Bun-Jon scherzhaft, und es folgte noch ein drittes Stück zum Abschied.
„Ihr wart ein ganz, ganz, ganz, ganz tolles Publikum“, lautete sein Fazit nach gut zweieinhalb Stunden. „Danke, Burgdorf.“ Publikum glücklich, Band glücklich – es war ein rundum gelungener Abend, der bei vielen Gästen noch nachwirken dürfte. Bun-Jon machte sich anschließend wieder auf den Weg in seine Heimat Hamburg, nicht ohne den Eindruck zu hinterlassen, dass ein weiterer Besuch in Burgdorf keineswegs ausgeschlossen ist.























































